6000 Jahre Kunst und Kulturgeschichte

Das 1871 gegründete Städtische Museum Überlingen ist eines der ältesten und größten kulturhistorischen Museen des Bodenseeraums. Seit 1913 befinden sich die reichhaltigen Sammlungen im prachtvollen spätgotischen Reichlin-von-Meldegg-Patrizierhaus.

Wie ein Märchenschloss thront das Museum auf dem höchsten Hügel der Überlinger Altstadt. Der imposante Bau bietet seinen Besuchern darüber hinaus einen bezaubernden Panoramagarten mit weitem Blick über den Bodensee und die Dächer der mittelalterlichen Stadt. Wie neuere Forschungen zeigen, dokumentiert die elegante Renaissancefassade von 1462 mit ihren Rustikaquadern den frühesten Einfluss der italienischen Renaissance nördlich der Alpen.

Die museale, betont wohnliche Ausstattung der prachtvollen Räume des einstigen Patrizierhauses suggeriert den Besuchern den Eindruck, als residierten seine früheren Bewohner hier noch immer und wären momentan nur kurz außer Haus. Qualitätvolle, oft seltene, teilweise auch spektakuläre und einzigartige Exponate von der Jungsteinzeit bis1900 erzählen vielfältige Geschichten von der früheren Lebenswelt in Überlingen, im Linzgau und am Bodensee. Das Museum beherbergt, neben vielen weiteren Abteilungen, die größte Puppenstubensammlung Deutschlands.

In der Kunstsammlung ragen die gotischen Tafelbilder und barocken Skulpturen heraus, unter ihnen Hauptwerke von Jörg Zürn und Joseph Anton Feuchtmayer. Seit 2013 präsentiert das Museum eine zusätzliche neue Dauerausstellung in frisch sanierten Räumen, darunter eine kleine „Wunderkammer“ mit überraschenden Kuriositäten und eine neue Sektion mit dem Titel „Überlingen– Stadt am See“. Auch die historische Waffenkammer mit mehr als 200 Hieb-, Stich- und Schusswaffen ist nun erstmals seit den 1950er Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Im barocken, üppig stuckierten „Museumssaal“, dem Festsaal des Museums, finden zwischen April und Oktober regelmäßig Konzerte, Lesungen und kulturgeschichtliche Vorträge statt. Darüber hinaus präsentiert das Städtische Museum Überlingen seit dem Jahr 2007 wechselnde Sonderausstellungen von überregionaler Bedeutung.

Sonderausstellung 2017
„Vom Drachen bis zur Friedenstaube.
Tierbilder 
und Tiermythen vom Mittelalter bis heute“

Haben Tiere eine Seele – und auch Humor? Warum galt der Wolf als das grässlichste“ aller Tiere? Welche Rolle spielen Drachen und Einhörner in der Zoologie der frühen Neuzeit? Woher kommen die Krokodilstränen?

Können Hunde und Katzen Mitgefühl zeigen? Fragen über Fragen! Antworten darauf gibt es im Städtischen Museum Überlingen ab 02. April. Zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum widmet sich hier eine Ausstellung der faszinierenden Kulturgeschichte des Tierbildes aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Dabei geht es nicht nur um das künstlerische Tierbild, sondern auch um das geistig-kulturelle, gesellschaftliche sowie zoologische Tierbild im Wandel der Epochen. Ein zentrales Themenfeld bildet die Geschichte der Mensch-Tier-Beziehung.

Rund 100 attraktive, kunsthistorisch bedeutsame und kostbare Exponate – darunter Leihgaben aus diversen privaten und öffentlichen Sammlungen aus Deutschland, Großbritannien und den USA – präsentieren eine Fülle an überraschenden Bildmotiven und Einblicken. Die ältesten Exponate stammen aus dem 14. Jahrhundert.

Begleitend zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Katalogbuch und ein vielfältiges Vortragsprogramm.

Das Städtisches Museum Überlingen zeigt die Sonderausstellung vom 02. April bis 16. Dezember 2017.

Anschrift

Städtisches Museum Überlingen
Krummebergstraße 30
88662 Überlingen

TEL: 07551- 991079

http://www.museum-ueberlingen.de

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